Offene Arbeit
Die Praxis offen arbeitender Kindergärten findet seit vielen Jahren große Beachtung in der Elementarpädagogik. Insbesondere in Teilen einer gut informierten und engagiert auftretenden Eltern- und Erzieherschaft werden die Vorzüge zunehmend honoriert und wertgeschätzt. Nicht nur die aktuellen Bildungspläne und -empfehlungen der Bundesländer sondern auch die jüngeren Befunde der Neurobiologie, der Kleinkindforschung und der Entwicklungspsychologie beflügeln mittlerweile diesen pädagogischen Arbeitsansatz. Er greift in geradezu exemplarischer Weise die wissenschaftlichen und politischen Forderungen nach Kindzentrierung, Selbstbildungsprozessen und Eigeninitiative auf.
Im Verständnis offener Pädagogik wird das Kind als Akteur seiner Entwicklung gesehen: es setzt sich vital und engagiert mit seiner sozialen und sächlichen Umwelt auseinander und sucht dabei aktiv Antworten auf seine individuellen, d. h. persönlichen Fragen. In sog. Ko-Konstruktionen (gemeinsam mit anderen Kindern und Erwachsenen) präsentiert das Kind seine dabei gewonnenen Erkenntnisse und optimiert sie im dialogischen Austausch und im Abgleich mit Wissenskonstruktionen anderer Menschen. Das solchermaßen erworbene, erweiterte und gefestigte Wissen gilt aus Sicht der neueren Hirnforschung als nicht nur besonders handlungsertüchtigend, sondern auch als in spezieller Weise intensiv, belastbar und vor allem als - nachhaltig wirksam.

