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Rechtliche Grundlagen

§ 1 Abs. 2 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) legt fest, dass Pflege und Erziehung das natürliche Recht der Eltern und ihnen zuvörderst obliegende Pflicht sind. Jugendhilfe soll Eltern bei ihrer Aufgabe beraten und unterstützen.

Kindertagesstätten haben nach § 22 Abs. 2 SGB VIII u.a. den Auftrag, die Erziehung und Bildung in der Familie zu unterstützen und zu ergänzen sowie die Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu helfen. Erzieherinnen und Erzieher sollen mit den Erziehungsberechtigten und Tagespflegepersonen zum Wohl der Kinder und zur Sicherung der Kontinuität des Erziehungsprozesses zusammenarbeiten. Die Erziehungsberechtigten sind an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung zu beteiligen (vgl. § 22 a SGB VIII). 
Eine entsprechende Regelung findet sich in § 2 Abs. 2 des rheinland-pfälzischen Kindertagesstättengesetzes.

Die gemeinsame Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern spiegelt sich in den Beteiligungsmöglichkeiten von Eltern an wesentlichen Entscheidungen in der Kindertagesstätte wider. § 3 des rheinland-pfälzischen Kindertagesstättengesetzes regelt die institutionalisierte Mitwirkung von Eltern in Elternversammlungen und Elternausschüssen. Regelungen zur konkreten Ausgestaltung der Mitwirkung in Elternausschüssen sowie Hinweise zur Wahl, Zusammensetzung, Größe und zu Aufgaben finden sich in der Elternausschuss-Verordnung. 
 

Empfehlungen zur Gestaltung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

In den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für rheinland-pfälzische Kindertagesstätten ist die Gestaltung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern in einem eigenen Kapitel beschrieben. Neben verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenarbeit wird in den Empfehlungen mit Blick auf den Respekt der Erziehungsverantwortung der Eltern auch auf manchmal notwendige Aushandlungsprozesse verwiesen, wenn der Alltag in der Kindertagesstätte anders abläuft als zuhause. Im Mittelpunkt sollte immer das Wohl des Kindes stehen.


Hier werden drei Handlungsebenen für eine gelingende Kooperation genannt:

  • Einbindung der Eltern in die Arbeit mit dem Kind,
  • Erfahrungs- und Interessensaustausch zwischen den Eltern und Erzieherinnen und Erziehern sowie den Eltern untereinander,
  • Einbezug von Elternsichtweisen und Interessen in die pädagogische Arbeit.

Wichtige Faktoren für eine gelingende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft sind nach den Empfehlungen:

  • ständiger gegenseitiger Austausch über das einzelne Kind und das Kind betreffende Ereignisse,
  • möglichst jährlich stattfindende Elterngespräche über die Entwicklung des Kindes,
  • Informationsveranstaltungen für eine größere Zielgruppe,
  • Eltern- oder Gruppenabende mit der Möglichkeit eines intensiven Austausches,
  • Regelmäßige Bedarfserhebung/ Evaluation der Zufriedenheit der Eltern,
  • Angebot eines Beschwerdemanagementverfahrens für Eltern,
  • die Zusammenarbeit mit dem Elternausschuss.

Zur Umsetzung einer gelingenden Erziehungs- und Bildungspartnerschaft sollte

  • die Zusammenarbeit zwischen Träger, pädagogischen Fachkräften und Eltern in der Konzeption beschrieben werden,
  • Eltern sollten die Möglichkeit erhalten, sich vor der Aufnahme des Kindes über die pädagogische Konzeption und das Leben in der Kindertagestätte zu informieren,
  • in der Konzeption der Einrichtung sollten die Informations-, Kommunikations- und Beteiligungsformen benannt werden und
  • es sollte in der Einrichtung ein Konzept zum Umgang mit Anregungen und Beschwerden vorliegen (vgl. Empfehlungen zur Qualität der Erziehung, Bildung und Betreuung in Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz, S. 189) 

Die Orientierungshilfe "Die Zusammenarbeit mit Eltern in Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz" gibt Anregungen und Orientierungen zur Ausbildung eines Grundverständnisses, zu Leitbildern und Haltungen. Zudem bietet sie Kindertagesstätten-Teams einen Fragenkatalog zur Selbstreflexion an.  

Der Landeselternausschuss

Ein für Eltern von Kindern in Kindertagestätten wichtiges, in § 3 Abs. 4 des Kindertagesstättengesetzes verankertes Gremium stellt der Landeselternausschuss (LEA) dar. Der LEA versteht sich als Ansprechpartner und Schaltstelle zwischen den Eltern im Kindertagesstättenbereich, der Landesregierung nebst den zuständigen Ministerien, dem Landesjugendamt, den politischen Parteien, den Berufs- und Interessenverbänden sowie den Trägern und Kindertagesstätten.

Der LEA hat alle Grundlagen der Elternmitwirkung in rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten in einer Informationsbroschüre zusammengefasst. Sie finden darin Grundsätzliches, Aufgabenbeschreibungen und rechtliche Grundlagen.